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Deutsche Bibliothek - ISSN 1616-1831
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12.12.2001

Lutz Düvel beantwortet Leserbriefe

In dieser Ausgabe gibt es Antworten zu den Aktien von

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Thu, 28 Jun 2001 22:23:07 +0200, von Kurt Vetter :
"Sehr geehrter Herr Düvel,
ich bitte Sie um eine Analyse des Charts von INNODATA Corp. (INOD).
Mit freundlichen Grüssen und bestem Dank, Kurt Vetter"

Lutz Düvel, www.taprofessional.de, 12.12.2001 : Innodata (US-Kürzel INOD) ist ein sehr kleiner Internet-Dienstleister mit einer Marktkapitalisierung von aktuell gerade mal 69 Mll.$. Klein aber fein könnte man sagen, denn das Zahlenwerk von INOD wirkt überzeugend. Yahoo Finance meldet ein KGV von 11.3, in den ersten neun Monaten konnte das Unternehmen bei einer Umsatzausweitung von 45% auf 45,7 Mll.$ den Gewinn um 31% auf 2,8 Mll.$ steigern.

Chart: Innodata Corp. - 907651
Seitens der Technischen Analyse ist INOD nicht einfach, da die Aktie sehr volatil ist und innerhalb der letzten zwei Jahre keinen rechten Trend ausbildete. Positiv wirkt, daß Innodata sich von April 2000 bis April diesen Jahres dem kräftig nach unten driftenden Gesamtmarkttrend entziehen konnte. Ab Mai kommt aber auch dieser Titel unter die Räder und verliert extrem von 10 auf 1,6 Euro.

Seit Anfang Oktober ist Innodata aus dem Abwärsttrend raus, es geht wieder nach oben. Da sich der Kurs über der Unterstützung bei 3,2 etablieren konnte, erhält Innodata ein positives Rating. Die nächsthöhere Widerstandszone liegt bei 4,8 Euro.
Doch Vorsicht, diese Aktie ist sehr spekulativ und nur für risikofreudige Anleger, die auch in US-Dollar ordern. Die Umsätze in Deutschland sind bei diesem kleinen Spezialwert zu gering bzw. nicht vorhanden.


Thu, 30 Aug 2001 14:31:04 +0200, von Reiner Jandretzki :
"Cienna + Vertex
Bitte um Auskunft für beide Aktien für die nächsten 6 Monate, und um den evtl.Zeitpunkt des Einstiegs.
Danke"

Lutz Düvel, www.taprofessional.de, 12.12.2001 : Am Donnerstag dieser Woche veröffentlichte Ciena die Ergebnisse für das am 30.September beendete 4.Quartal. Die Zahlen fielen sehr schwach aus. Bei einem Umsatzplus von 27% auf 367,8 Mll.$ meldete Ciena einen Nettoverlust von 1,8 Mrd.$ nach Abschreibungen. Besonders die Aussichten enttäuschten : die Umsätze könnten um 30 bis 40 Prozent einbrechen und auch im operativen Geschäft für Verlust sorgen.

Vor diesem Hintergrund erscheint ein Engagement in die Aktie mehr als fraglich. Nicht umsonst wurde sie bei der letzten Analyse in den Leserbriefen Ausgabe Nr.47 vom 23.08.2001 als fundamental immer noch viel zu hoch bewertet eingeschätzt.

Chart: Ciena Corp. - 905348
Der Zeitpunkt der letzten Analyse ist im Chart mit einem (braunen) Pfeil markiert. Ciena bricht wenige Tage danach durch die Unterstützung bei 19 Euro und halbiert sich fast bis Anfang Oktober. Der Kurs ist dabei sogar unter die Unterstützung des Trendkanals gefallen. Das Rating hat sich deshalb weiter verschlechtert. Ich würde auf die enorme Rally der letzten Wochen nicht setzen. Das ist m.E. eine reine Korrektur im übergeordneten Abwärtstrend.

Momentan meldet Yahoo Finance bei Ciena ein KGV von gut 133 - nicht wenig und bei diesen Aussichten viel zu viel. Es ist nahezu ausgeschlossen, daß die Aktie weiter steigt. Vielmehr sollte man sich auf den Test des Oktobertiefs einstellen.

Beim folgenden Leserbrief kommen wir zum Konkurrenten Juniper Networks.


Sat, 6 Oct 2001 10:39:33 +0200, von Klaus Seiler :
"Hallo Herr Düvel, ich verfolge schon seit längerem Ihre Analysen.
Ich würde mich über Ihre Einschätzung zu Juniper Networks sehr freuen.
Mit freundlichen Grüßen Klaus Seiler"

Lutz Düvel, www.taprofessional.de, 12.12.2001 : Das Chartbild von Juniper ähnelt dem der zuvor behandelten Ciena. Auch der pessimistisch stimmende Ausblick, den Ciena am Donnerstag dieser Woche im Quartalsbericht meldete, belastete den Kurs des Konkurrenten Juniper Networks. Die Aktien der beiden Netzausrüster gaben stark nach und fielen um sieben bis acht Prozent.

Chart: Juniper Networks Inc. - 923889
Wieder ist der Zeitpunkt der letzten Analyse in den Leserbriefen Ausgabe Nr.39 vom 17.06.2001 mit einem (braunen) Pfeil markiert. Spätestens im August ist Juniper signifikant durch die Unterstützung bei ca. 30 Euro gefallen (rechts gelb markiert) und bestätigt damit erwartungsgemäß den seit fast einem Jahr übergeordneten Abwärtstrend.

Wie bei Ciena wurde auch hier der Abwärtstrendkanal nach unten durchbrochen. Ab Anfang Oktober setzt dann eine Rally ein, die den Kurs sogar über den ehemaligen Trendkanal hebt. Juniper stößt seit Wochen von unten an die ehemalige Unterstützung bei 30 Euro, die nun Widerstand ist.

Rein charttechnisch könnte Juniper ein Kaufsignal liefern, wenn sie den Widerstand breakt. Davon ist aber nicht auszugehen. Der Konzern konnte die Analystenerwartung in den vergangenen Quartalen zwar immer übertreffen, die Aktie ist aber trotzdem noch viel zu teuer.
Ich rechne damit, daß Juniper noch für längere Zeit unter dem 30er Widerstand verbleibt. Es fehlt diesen Werten noch an einer richtigen Bodenbildung.


Sun, 14 Oct 2001 21:43:54 +0200, von Konstantin Oettel :
"Hallo Herr Düvel,
Check Point Software (WKN 901638) wurde zuletzt am 02.02.2001 und Porsche (WKN 693773) am 09.05.2001 von Ihnen analysiert. Über eine Meinung zur aktuellen Situation würde ich mich freuen!
Gruß, Konstantin Oettel"

Lutz Düvel, www.taprofessional.de, 12.12.2001 : Wenn es denn eine der Aktien sein soll, die in der NASDAQ-Hausse von 1999 bis 2000 für Furore sorgten, dann ist Check Point Software erste Wahl. Bei diesem Unternehmen stimmen die Zahlen einfach. Die Nachfrage nach Sicherheitslösungen für das Internet ist stark : In den ersten neun Monaten stiegen die Umsätze von Check Point um 42 Prozent auf 405.1 Mll.$, das Nettoergebnis wuchs noch kräftiger um ca. 75 Prozent auf 244,8 Mll.$.

Chart: Check Point Software Technologies Ltd. - 901638
So überzeugend die Fundamentals von CHKP auch sein mögen, charttechnisch gerät die Aktie nun in rauheres Fahrwasser. Schon seit November testet der Kurs den ersten Widerstand auf dem Weg nach oben. Und die 50er Marke wird momentan von der abwärts driftenden langfristigen Durchschnittslinie verstärkt.

Dies ist jedoch eine der wenigen Aktien der ehemaligen NASDAQ-Highflyer, der ich den Break schon jetzt zutraue. Das Unternehmen ist sehr gut positioniert.
Fazit: Den Break des Widerstands 50 abwarten, dann einsteigen und die Position mit einem Stopp-Loss-Limit absichern. Wenn Check Point bei 50 abprallt und nochmals in die Nähe von 30 fällt, gilt es, die Hand aufzuhalten.


Wenn auch Sie eine Frage zu einer bestimmten Aktie haben, schicken Sie mir einfach eine eMail mit Ihrem Anliegen.
Bitte beschränken Sie sich auf einen, maximal zwei Werte Ihrer Wahl.
Die Adresse für die Leserbriefe zur Technischen Analyse lautet : leserbriefe@taprofessional.de.
Ich finde es eine nette und gute Angewohnheit, wenn die Leserbriefe mit dem Realnamen unterzeichnet werden. Danke!


Gruß und Erfolg, Lutz Düvel
12.12.2001
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